Sonntag, 10. Februar 2013

 Kolumne #14: Modelmacher.


"#14: Castingshows gibt es im deutschen Fernsehen wie Sand am Meer. Zu allem Überfluss werden es auch immer mehr. Mir fallen aus dem Stegreif allein fünf verschiedene TV-Formate ein, in denen Sänger ihr (Semi-)Talent unter Beweis stellen können. 2006 rief Heidi Klum eine solche Castingshow für Nachwuchsmannequins ins Leben... 

Vor einigen Jahren fing alles ganz harmlos an. Castingshows fanden den Weg ins deutsche Fernsehen. Zu Beginn waren sie noch durchaus interessant, weil man sowas hierzulande nicht kannte. Heute jagt eine Castingshow die nächste und es traut sich jeder noch so untalentierte Idiot ins Fernsehen und gibt sich vor ganz Deutschland die Blöße. Aber es sind schon längst nicht mehr nur Sänger, die durch dieses TV-Format den Sprung auf die Bretter, die die Welt bedeuten, schaffen wollen. Seit 2006 moderiert Nervensäge Heidi Klum eine Castingshow für Nachwuchsmodels: Germany's next Topmodel. Eine Show zwischen Magerwahn und Zickenterror, in der sich junge Frauen bei diversen Modelcastings, Fashionshows und Fotoshootings beweisen müssen, um am Ende als strahlende Siegerin oder verstrahlte Verliererin hervorzugehen. Mit viel Glück darf die Siegerin am Ende über den Laufsteg der Berlin Fashion Week flanieren und ihr hübsches Gesicht für schlechte TV-Werbung hinhalten. Oder die österreichische Version der Show moderieren und den Teilnehmerinnen einverleiben, dass ohne Tasche keine Competition herrschen kann. Aber viel schlimmer als die oft sehr labilen Möchtergern-Models ist die inkompetente Jury. Neben Piepsstimme Klum sitzen dann irgendwelche Modelscouts, Choreo- und Fotografen oder Leute, die keine plausible Berufsbezeichnung besitzen und deren Name aus einem Buchstaben besteht. Happy Modelmaking!"

1 Kommentar:

  1. cool, muss sagen die kolumnen bisher haben mir nicht wirklich gefallen, aber die hier finde ich sehr gelungen! gute wortspiele und alles sehr treffend.

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