Samstag, 29. Dezember 2012

 Kolumne #8: Opfer.



"#8: Wenn dich jemand als "Opfer" bezeichnet, bist du wahrscheinlich erstmal angepisst und willst zurückbeleidigen. Aber welche Art von Opfer meint derjenige denn überhaupt? Einer Art von Opfern gehören wir alle an und es lohnt sich nicht, deswegen ausfallend zu werden oder zu widersprechen. Wir alle sind Opfer des Konsums. 

Natürlich gebe ich, wie vermutlich jeder Mensch, gerne Geld für materielle Dinge aus. Man hat dann etwas in der Hand, von dem man Gebrauch machen kann und im besten Fall beneiden einen noch ein paar Leute darum. Bei Männern stellen oft Autos, Smartphones oder Fernseher inklusive fettem Sound-System diese Statussymbole dar. Aber was sind die Statussymbole der Frau? Macho-Männer, die hinterm Mond leben, würden jetzt wahrscheinlich "Bügeleisen", "Herd" oder "Waschmaschine" in den Raum werfen. Ich persönlich finde Statussymbole jedoch irrelevant. Mit teuren, schnellen und großen Autos versuchen viele Kerle doch einfach nur Dinge, die zu klein ausgefallen sind, zu kompensieren. Aber auch mich überkommt das Bedürfnis nach Kompensation. Allerdings ist der Auslöser hier meist Frust. Ob semi-gute Zensuren, Stress oder Liebeskummer – so manche Enttäuschung hat schon neue Schuhe, ein schickes Kleid oder Schmuck mit sich gebracht. Glücklich macht das auf Dauer jedoch nicht. Vor allem dann nicht, wenn man in den Schuhen nicht vernünftig laufen kann, weil sie doch zu hoch sind, das Kleid zwickt und besser aussähe, wenn man eine Konfektionsgröße kleiner trüge und der Schmuck abfärbt und die Finger grün macht, weil er vor "Qualität" nur so strotzt. Solche Reinfälle gilt es dann wieder auszugleichen. Und so werden wir alle zu Opfern des immerwährenden Konsum- und Kompensations-Teufelskreises."



Kommentare:

  1. ja ja...und dann schmeißen wir die Sachen weg, um sie dann ganz teuer und Vintage zu kaufen. Opfer.

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