Mittwoch, 18. September 2013

 Part Nouveau.



Wir kennen das wohl alle: Man befindet sich in einer eigentlich neuen bzw. fremden Situation, wird aber von dem Gefühl beschlichen, das Ganze schon einmal erlebt, gesehen oder geträumt zu haben. Dieses psycholgische Phänomen bezeichnet man als Déjà-vu (frz. "schon gesehen") oder in psychopathologischen Kreisen auch als "qualitative Gedächtnisstörung". Ich bin mir jedoch nicht ganz sicher, ob die eigene Psyche einem in jedem Fall einen Streich spielt oder ob man sich nicht irgendwann schon einmal tatsächlich in einer solchen Situation befand. Für eine Auflösung dieser Frage bleibt am Ende wohl oft nur ein Verfahren wie die Reinkarnationstherapie. Aber dafür muss man vermutlich schon leicht esoterisch angehaucht sein oder zumindest daran glauben.


Dass sich einige Dinge im Laufe der Zeit wiederholen, bleibt im Gegensatz dazu jedoch unumstritten. Gerade in der Welt der Mode ist es nicht selten, dass auf alt(bewährt)e Designs und Konzepte zurückgegriffen wird. Auf ihrem Blog Part Nouveau stellt die Modegeschichtsstudentin Lilah Ramzi genau solche bereits dagewesenen Elemente aus den Bereichen der Mode, Kunst und Popkultur nachempfundenen Elementen aus der heutigen Zeit gegenüber. Dabei ist verblüffend zu sehen, wie intensiv sich Künstler, Designer und Fotografen an der Vergangenheit orientieren und sich von jener inspirieren lassen. Grundsätzlich ist dagegen natürlich nichts einzuwenden, aber ich finde es schon bedenklich, wenn diverse Dinge als "Neuinterpretation" bezeichnet werden, aber im Endeffekt nicht mehr als eine billige Kopie darstellen, die aus absoluter Ideenlosigkeit resultiert.


Das einmalige Konzept ihres Blogs beschreibt die modeaffine Lilah so: "The blog seeks to aid our contemporary eyes, so used to being presented with the newest and latest within the creative world, to recognize and give credit to what has come before." So ist auch der Blogtitel Part Nouveau eine Art Hommage an die kreativen Köpfe vergangener Zeiten, denen Anerkennung für ihre Leistungen gezollt werden soll. Denn schließlich hält die Kulturindustrie teils noch fast 100 Jahre später an den Grundideen fest und lässt diese neu aufleben.



Kommentare:

  1. wirklich krass, wie viele "kopien" es gibt. aber wie so oft, finde ich die originale meist am besten.

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  2. Bin gerade auf deinen Blog gestoßen. Und absolut begeistert! Ich denke, du hast eine Leserin mehr jetzt. ;)

    xx,
    Lara von Kleiderkränzchen

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